Eine „Ruppi Bag“ aus Kyritz für Landtagspräsidentin Britta Stark

Beschäftigte der Stephanus-Werkstätten Kyritz besuchten den Landtag Brandenburg und trafen die Landtagspräsidentin.

Erstmals besuchten Beschäftigte mit geistiger Behinderung der Stephanus-Werkstätten in Kyritz am 6. Juli 2016 den Brandenburgischen Landtag. Dabei trafen sie mit Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) zusammen und übergaben ihr eine Tasche, die in den Stephanus-Werkstätten Kyritz aus Werbeplanen des Bürgerfestes „25 Jahre Land Brandenburg“ genäht wurde.

Unter der Marke „RuppiBag“ werden in den Stephanus-Werkstätten seit 2008 ausgediente LKW- und Werbeplanen zu exklusiven Trage- oder Umhängetaschen verarbeitet, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Das Sortiment hat sich im Laufe der Zeit beständig erweitert, so dass es inzwischen 12 Modelle für fast jede Altersgruppe gibt.

Britta Stark begrüßte die Kyritzer Gäste in der Lobby des Landtages und ließ sich von ihnen die Herstellung einer „RuppiBag“ erläutern. Erfreut über ihre neue Tasche sagte sie: „Für die nächsten Akten werde ich die Tasche nehmen und an Sie denken“.

Ein Höhepunkt für die Gruppe aus Kyritz, und nur wenigen Besuchern vorbehalten, war ein gemeinsames Foto mit der Landtagspräsidentin in ihrem Büro. Dort zeigte Britta Stark den Gästen ihren Arbeitsplatz und erzählte, wie ihr Arbeitstag aussieht.

Nach dem offiziellen Empfang kamen die Beschäftigten und Mitarbeiter der Kyritzer Stephanus-Werkstätten in den Genuss einer besonderen Führung durch den Brandenburgischen Landtag. Dabei sahen sie durch einen Glasfußboden einen Teil des historischen Kellergewölbes des früheren Stadtschlosses, genossen den Blick über die Dächer der Landeshauptstadt von der Landtagsterrasse aus und lernten den Plenarsaal kennen.

Hier konnten die Kyritzer auf den Stühlen der Abgeordneten Platz nehmen während ihnen die Arbeit, die Aufteilung und das politische Verfahren im Landtag erläutert wurde. Betriebsstättenleiter der Werkstatt Kyritz, Bodo Schröter war nach dem Besuch sehr angetan und sagte: „Wir werden auch mit anderen Gruppen unserer Werkstattbeschäftigten den Landtag besuchen. Es ist wichtig, ihnen auch diesen Teil des gesellschaftlichen Lebens zugänglich zu machen“.

Die Produktion der „RuppiBags“ hat trotz ständig weiterentwickelter Abläufe nach wie vor den Charakter einer Manufaktur. So können am Tag rund 20 Taschen hergestellt werden. Die Anfertigung einer Tasche besteht aus zehn bis 12 Arbeitsschritten. Sie sind so aufgeteilt, dass bis zu acht beschäftigte Menschen mit unterschiedlicher Behinderung daran mitwirken.

Die Stephanus-Werkstätten Ostprignitz-Ruppin sind in den Arbeitsbereichen Industrielle Montage und Verpackung, in der Holz- und Metallbearbeitung, im Elektrobereich, in der Leiterplattenbestückung, der Papierkonfektion, der Näherei, der Grünanlagenpflege und der Hauswirtschaft tätig. Die Betriebsstätte Kyritz bietet 204 Werkstattplätze im Berufsbildungs- und Arbeitsbereich sowie 19 Plätze im Förder- und Beschäftigungsbereich an.

Die Stephanus-Werkstätten Ostprignitz-Ruppin gehören zur diakonischen Stephanus-Stiftung und bieten Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten. An den Standorten Kyritz, Neuruppin, Wittstock und Heilbrunn finden rund 600 Menschen mit Behinderung Arbeit und Ausbildung.

Ziel ist es, Menschen mit Behinderung für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorzubereiten. Dazu zählen auch Arbeitstätigkeiten bei Betrieben in der Region. Im Jahr 2016 feiern die Stephanus-Werkstätten ihr 25 jähriges Bestehen.

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