Was sich bei Stephanus verändert

Viele bemerken es und sehen es und sind selbst ein Teil davon - Stephanus verändert und wandelt sich. Viele verschiedene Entwicklungen sehen wir: Es bewegt sich was in den Werkstätten, es bewegt sich was im Bereich Nachhaltigkeit, es bewegt sich was in Sachen Unternehmenskommunikation, im Inklusionsbetrieb und in der Servicegesellschaft und und und…

 

Menschen machen sich auf, gehen in neue Verantwortungen, schaffen neue Strukturen und übernehmen neue Aufgaben. Warum ist das so?

Steigen wir einfach mal in einen Hubschrauber und schauen die Welt von oben an. Von dort ist nicht nur Stephanus, sondern Berlin, Brandenburg, unser Land und die Erde ein großes Wimmelbild. Und das hat einen Namen. Er besteht aus vier Buchstaben: VUCA. Die lösen das Gewimmel nicht auf, aber sie erklären es ein wenig. Die Buchstaben stehen für vier große Begriffe:  

V - für Volatilität - Das Gegenteil von Stabilität.  
U - für Unsicherheit - Das Gegenteil von Sicherheit.  
C - für Komplexität - Das Gegenteil von Einfachheit.  
A - für Ambiguität - Das Gegenteil von Eindeutigkeit.
 

Allein an den Gegensätzen ist schon zu spüren, dass die VUCA-Welt, wie viele sagen, nicht gerade bequem ist. In der Eingliederungshilfe, in der Arbeit mit Kindern, mit Älteren sowieso, sind wir eher auf Stabilität aus, unsere Menschen brauchen Sicherheit. Wir geben uns Mühe, in einfacher Sprache zu sprechen, und mögen es, wenn die Dinge einfach und nicht kompliziert sind. Und was wir gar nicht gebrauchen können, ist Mehrdeutigkeit: Es könnte so sein, oder es könnte auch anders sein. Das macht uns eher nervös. Dennoch - das ist die Wirklichkeit. Wir kommen wieder herunter aus unserem Hubschrauber und sehen uns die Realität an:  

Die Umsetzung von Inklusion, das BTHG, fordert uns heraus. Im Bereich der Werkstätten stehen wir einer großen gesellschaftlichen Diskussion gegenüber: Ist es richtig, dass unsere Beschäftigten keinen Mindestlohn bekommen? Ist es richtig, dass sie einen besonderen Arbeitsplatz haben? Wie auch immer wir dazu stehen - einige Änderungen sind schon gesetzlich beschlossen, andere sind absehbar. Der Bereich der beruflichen Bildung wird mehr Eigenständigkeit bekommen und das Übergangsmanagement muss sichtbarer und unabhängiger werden. Die Werkstatt wird bleiben, aber sich mit unserem Angebot im Inklusionsbereich enger verzahnen. Weiterhin werden Menschen auch ein Angebot für Beschäftigung und Tagesstruktur brauchen.  

Fest steht: Das Angebot zur Teilhabe an Arbeit, das wir jetzt machen, muss sich verändern, damit es auch in den kommenden Jahren attraktiv bleibt. Deshalb gibt es - ausgehend von den Werkstätten in Berlin - einen großen Prozess mit vielen Arbeitsgruppen, die das Neue denken. Nicht nur mit dem Blick auf unser Angebot für die Menschen, sondern auch auf die Art, wie wir arbeiten - selbstbestimmt, aber in gemeinsamer Verantwortung. Also anders als früher, wo vielleicht ein Chef alles entschieden hat. Heute schreiben wir Inklusion groß. Auch im Umgang miteinander. Toll ist, dass anderswo schon so gearbeitet wird. Es ist einfach anregend, dass unsere Kolleg*innen in Bielefeld und in Hamburg waren und dort gesehen haben, wie andere es machen. Was können wir direkt übernehmen? Was passt zu uns? Wir sind gemeinsam auf dem Weg - und wir werden ankommen! Trotz der Unsicherheiten und Mehrdeutigkeiten, in denen wir als großer sozialer Träger in zwei Bundesländern stecken.  

Veränderung kann auch ansteckend sein und Lust auf die Zukunft machen. Das konnten wir bei unserem Fachtag Nachhaltigkeit an einem coolen Ort in der Nähe vom Zoo erleben. Die 80 Kolleg*innen und Beschäftigten, die gekommen waren, haben eine Menge Ideen mitgenommen, aber auch hineingegeben. Es gibt emotionale Themen bei der Nachhaltigkeit wie Auto oder Ernährung. Dann wird es spannend. Über die E-Autos wird in Stephanus vermutlich weit mehr diskutiert als über Dienstpläne. Genau das brauchen wir. Das ist übrigens auch Demokratie - #zusammenstreiten. Von den Ideen, die beim Fachtag zusammengekommen sind, wird vieles im kommenden Jahr in Serie gehen. Freuen Sie sich schon mal drauf! Beim nächsten Mal können es gern mehr als 80 sein. (Mehr zum Fachtag finden Sie auf Stephanus informiert!) 

Und sonst? In der Service-Gesellschaft und im Inklusionsbetrieb SAS packen Christian Jebauer und Martin Baum gerade viel Neues an. Wieder geht es um die Art, wie wir zusammenarbeiten, wie wir selbst Verantwortung übernehmen, kurz: wie uns die Arbeit auch in Zukunft Freude machen kann.  

Zum Schluss verraten wir Ihnen noch einen neuen Namen: Haben Sie schon bemerkt, dass die Unternehmenskommunikation jetzt KomMa heißt? Sabine Schmidt leitet den neuen Bereich Kommunikation und Marketing. 15 Kolleginnen, die früher in einzelnen Bereichen arbeiteten, sind jetzt ein Team und starten gerade.  

Soweit für heute! Wir freuen uns immer über Ihr Feedback und grüßen herzlich in alle Richtungen! 

Ihre Dr. Ellen Ueberschär
Pfarrerin und Vorstandsvorsitzende
und

Harald Thiel
Kaufm. Vorstand

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