Stephanus Notunterkunft für geflüchtete Menschen

Flüchtlingsnotunterkunft in Berlin-Köpenick

Die Stephanus-Stiftung übernimmt die Verantwortung für eine Flüchtlingsnotunterkunft in Berlin-Köpenick.

Auf Anfrage des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) und auf Bitten der Evangelischen Kirchengemeinde Friedrichshagen übernahm die Stephanus-Stiftung am 19. November 2015 die Verantwortung für eine Flüchtlingsnotunterkunft im Stadtbezirk Berlin-Köpenick. Die Notunterkunft in der Turnhalle der Ahornschule bietet derzeit rund 170 geflüchteten Menschen Platz. Es sind überwiegend Familien mit  teilweise sehr jungen Kindern.

Die Anfrage kam sehr kurzfristig. „Wir haben uns sehr schnell, entschieden, uns dieser dringenden Aufgabe nicht zu entziehen“, begründet Vorstand Pfarrer Hanfried Zimmermann den Beschluss der Stephanus-Stiftung.

Mit Unterstützung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stephanus-Stiftung und dank des ehrenamtlichen Engagements zahlreicher Helfer aus der Gemeinde vor Ort, wurden die Flüchtlingsfamilien freundlich begrüßt. Sehr zügig hatte sich dazu der Unterstützerkreis „Friedrichshagen hilft“ gebildet. Er sammelt Spenden und hilft, wo er kann. „Das ist schon toll, wie sich hier täglich zwischen 25 und 30 Ehrenamtliche aus der Region mit einbringen. Sie helfen bei der Verteilung von Kleidung und Lebensmitteln oder betreuen Eltern mit ihren Kindern“, sagt Stephanus Mitarbeiter Frank Fechner.

Für die ersten notwendigen Koordinierungsaufgaben hat er sich bereiterklärt, in der Notunterkunft tätig zu sein. Dank seiner langjährigen Leitungstätigkeit in der Stephanus Einrichtung Ulmenhof (Stadtbezirk Berlin-Köpenick), ist er in der Region gut vernetzt und stellt hilfreiche Verbindungen zu den logistischen Möglichkeiten der Stephanus-Stiftung her.

„Unsere größte Herausforderung war zunächst eine Übersicht zu bekommen, wer jetzt eigentlich hier in der Halle ist“, berichtet  Fechner. So wurden die Geflüchteten aus dem Irak, Afghanistan, Syrien, Libanon und Pakistan provisorisch von den Mitarbeitern registriert, da die behördliche Registrierung noch nicht erfolgte. Darüber hinaus müssen verschiedene Dinge organisiert und koordiniert werden.

„Die uns jetzt anvertrauten Gäste wollen ja auch duschen, ihre Wäsche waschen und natürlich müssen sie auch regelmäßig etwas zu essen bekommen“ erzählt Fechner.

Nicht für alle Aufgaben gibt es gleich eine fertige Lösung. Da ist es gut, wenn erfahrene Kollegen mithelfen. So konnte dank des Einsatzes der Stephanus-Services GmbH die Versorgung der 180 Personen sofort sichergestellt werden. Bei der Verteilung der Mahlzeiten in der Turnhalle werden sie dabei von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt. Insbesondere die unkomplizierte Unterstützung von Mitarbeitenden der Nachbareinrichtung „Stephanus-Stiftung Ulmenhof“ half über die „Durststrecke“ hinweg.

„Dieses spontane Engagement von vielen Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Bereichen der Stephanus-Stiftung war für mich ein Stück gelebter Stiftungsgemeinschaft“ freute sich Vorstand Hanfried Zimmermann.  

Mit der Bereitstellung von Wohnungen und Räumlichkeiten für Deutschunterricht unterstützt die Stephanus-Stiftung bereits seit Beginn des Jahres Organisationen, die Geflüchtete begleiten.

In der Stephanus-Stiftung selbst gibt es eine Reihe von konkreten Hilfen: In einer Wohngruppe der firmaris im Landkreis Uckermark lebt seit März ein unbegleitetes Kind aus Syrien. Derzeit laufen die Vorbereitungen, in der Nähe von Strausberg (Landkreis Märkisch-Oderland) ein Wohnangebot für unbegleitete minderjährige Jugendliche aufzubauen. In einigen Einrichtungen werden Hospitations- und Praktikumsplätze für Geflüchtete zu Verfügung gestellt. Ein erster Schritt für eine berufliche Integration. In Wohnungen des Stifts Marienfließ (Landkreis Prignitz) leben seit kurzem drei Familien mit Kindern aus Syrien und Eritrea.

Mit der Flüchtlingsarbeit  erweitert die Stephanus-Stiftung ihre sozialen Aufgaben. Vorstand Hanfried Zimmermann: „Ich bin sehr froh, dass sich so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen der Arbeit der Stephanus-Stiftung, aber auch im Ehrenamt  für Geflüchtete engagieren. Angesichts der vielen Menschen, die in unserem Land Schutz  suchen, werden auch in Zukunft hier viele Aufgaben und Herausforderungen auf uns warten. „JA sagen“ - unsere Jahresbotschaft lebt unter uns. Das macht mir Mut.“

Zur Koordinierung der Flüchtlingsarbeit in der Stephanus-Stiftung wird im kommenden Jahr eine neue geschaffene Stelle besetzt.

Zurück

Diesen Artikel ausdrucken