Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag - Sie haben nicht Geburtstag? - Ein Kommentar von Einrichtungsleiter Wolfram Döring

Es ist schon eine Weile her, so ca. über 2000 Jahre, da ist etwas geschehen. Berichtet wird darüber in der Bibel. Eine Gruppe der Jünger Jesu waren beisammen. Sie hatten sich zurückgezogen. Die Kenntnis vom Osterereignis hatte ihre Resignation, ihre Unentschlossenheit, ihre Angst nicht auflösen können.

In der Apostelgeschichte (Apg. 2, 1-11) erfahren wir mit einer ausdrucksstarken Bildersprache von der plötzlich hereinbrechenden Sendung des Heiligen Geistes an diese Gruppe von mutlosen und verzagten Menschen. Nach dem Empfang des Geistes drängte es genau diese in die Öffentlichkeit. Sie verließen den geschützten Raum und sprachen zu den Frauen und Männer der verschiedenen Kulturen. Die Jünger sahen sich nun gesandt, einen liebenden, zugewandten Gott entsprechend der Botschaft Jesu zu verkünden. Ihre Sprache erreichte die Menschen, sie wurde verstanden. Ihre Verkündigung entsprach dem Tun der zusammenwachsenden Gemeinschaft der Anhänger Jesu. Die Jüngerinnen und Jünger bemühten sich, soziale Distanzen zwischen Arm und Reich, zwischen Alt und Jung abzubauen sowie die Verschiedenheit der Kulturen bereichernd zu leben.

Dieses rational nicht fassbare Pfingstereignis wird in der christlichen Tradition als Geburtsstunde der Kirche verstanden. Genau wie die Jünger nach dem Pfingstereignis, können auch wir den fragendenden und Hoffnung suchenden Menschen unserer Zeit Antworten geben. In den Tätigkeitsfeldern und Einrichtungen der Stephanus Stiftung bemühen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Menschen, die uns anfragen, präsent zu sein, achtsam zu hören auf die Sorgen und Nöte, eine Antwortsprache zu sprechen, die verstanden wird. Aus diesen mitgeteilten Sorgen und Nöten entwickeln sich Aufgaben und Herausforderungen. Dasein für die Andere, für den Anderen, kann auch unsere Antwort auf die Frage der Jahresbotschaft - Bist Du da? - sein. Es ist schön zu beobachten, wie sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begeistern lassen, die entstehenden Aufgaben und Herausforderungen anzunehmen und so für andere da zu sein. Vielleicht hat diese erlebbare Be- Geisterung auch etwas mit dem Pfingstereignis zu tun.

Und so wünsche ich Ihnen Gottes Segen zu Ihrem diakonischen Geburtstag

Ihr Wolfram Döring 
Einrichtungsleiter Stephanus Wohnen und Pflege gGmbH 
Seniorenzentrum Ulmenhof

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