Arbeit und Lernen verknüpfen

Carola Rätz (links) und Mona Schöffler

Carola Rätz (links) und Mona Schöffler verantworten das Projekt digitales Lernen.

Die Stephanus-Stiftung arbeitet an einer Personalentwicklung, die Wissen und Fähigkeiten dezentral und arbeitsplatznah über digitales Lernen vermittelt. Kurze E-Learning-Einheiten zum Infektionsschutzgesetz und zur Händehygiene gehören zu den ersten Produkten, mit denen die Stephanus-Stiftung ihre Fortbildungen auf Lernen 4.0 umstellt.

Die Mikrolerneinheiten werden von den Projektmitarbeiterinnen Carola Rätz und Mona Schöffler sowie den Fachreferenten der beteiligten Geschäftsbereiche erstellt. Die webbasierten Lerntrainings (WBTs), die als Testlauf dienen, zeigen, wie Mitarbeitende sich die Hände richtig waschen und so desinfizieren, dass weder Corona- noch andere Viren und Bakterien haften bleiben. Sie beinhalten Folien, aber auch interaktive Elemente wie Multiple-Choice-Fragen, Lückentexte oder Dialogkarten.

Die E-Learnings ergänzen im aktuellen Modellprojekt Präsenzschulungen.

Die neuen digitalen Formate sind Teil eines größeren Personalentwicklungsprojektes. Im vergangenen Jahr hat sich die Stephanus-Stiftung mit “Lernen 4.0 – kompetenzorientierte Personalentwicklung“ beim Europäischen Sozialfonds für eine Förderung beworben. Die Bewerbung war erfolgreich, so dass im Oktober 2019 das Projekt starten konnte und nun bis Juni 2022 läuft.

Im Projekt werden trägerspezifische Anforderungs- und Kompetenzprofile für die verschiedenen Berufsgruppen wie Heilerziehungspfleger, Erzieherinnen und Pflegekräfte entwickelt, umgesetzt und evaluiert. Fehlende oder noch zu entwickelnde Kompetenzen sollen im Arbeitskontext, ergänzt durch E-Learning-Einheiten, geschult werden.

Das Projekt verknüpft den systematischen digitalen Wissenserwerb mit Erfahrungslernen im Arbeitsalltag: Mitarbeitende entwickeln somit Fähigkeiten praxisnah. Dazu planen die Projektmitarbeiterinnen mehrere Arbeitsschritte. Zum einen zählen theoretische, kurze und zielgruppengerechte Lerneinheiten als E-Learning dazu, die zeitlich und räumlich unabhängig und selbst organisiert bearbeitet werden können. Zum anderen werden diese ergänzt durch moderierte Reflexionsgruppen, Arbeitsaufträge und im Alltag begleitende Lerncoaches. In dieser Kombination wenden Mitarbeitende die theoretischen Inhalte im Arbeitsalltag praktisch und individuell an und festigen sie.

Die Rolle der Lerncoaches übernehmen erfahrene Kolleginnen und Kollegen, die computer-affin sind und die die Stephanus-Stiftung für ihre Aufgabe ausbildet. Sie begleiten die Lernprozesse in den Einrichtungen und unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort. Dies geschieht in Form von Besprechungen, aber auch im Alltag als Training direkt am Arbeitsplatz. Bei kleinen technischen Schwierigkeiten stehen sie den Mitarbeitenden ebenso zur Seite wie für eine Know-how-Auffrischung oder Fragen zur Umsetzung des theoretisch Gelernten.

E-Learning hat zwar den Vorteil, dass Mitarbeitende den Lernort und die Lernzeit mitbestimmen. Sie melden sich einfach online an und können starten. Aber die Motivation für digitales Lernen braucht auch Erfolge. Die erlebt man erst bei der Umsetzung, etwa wenn die Einführung der neuen Teilhabeplanung für die Menschen mit Behinderung gut gelingt.

Carola Rätz
ist Personalentwicklerin der Stephanus-Stiftung in Berlin und leitet das Projekt „Lernen 4.0 – kompetenzorientierte Personalentwicklung“.
carola.raetz@stephanus.org 

Mona Schöffler
ist zertifizierte E-Learning-Autorin und im Projekt Trainerin und pädagogische Leitung.
mona.schoeffler@stephanus.org

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