Reflektiert und kritisch hinterfragt

Was Luftballonaktionen und Nachhaltigkeit miteinander zu tun haben.

Heutzutage ändert sich besonders viel und schnell, so scheint es. Viele Wissenschaftler und Politiker meinen, dass die Welt sich so rasant verändert wie nie zuvor: die Welt - und damit auch unser eigenes Leben. Einige sind deshalb besorgt oder haben sogar Angst. Nicht wenige versuchen, Veränderungen aus dem Weg zu gehen oder gar zu verhindern. Aber das geht nicht.

Eine der erfreulichsten und notwendigsten Änderungen unserer Zeit vollzieht sich zurzeit in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Immer mehr Bereiche unseres Lebens und vor allem unseres Wirtschaftens werden überdacht und verändert. Jedoch meist viel zu zäh, zu langsam oder ungenügend, wie der allgemeine Diskurs zum Klimawandel und der sich rasch verändernde Planet uns aufzeigen.

Veränderung – damit alles so bleibt, wie es ist.

Für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die Bewahrung der Schöpfung setzt sich auch die Stephanus-Stiftung ein. Wir versuchen den Wandel, hin zu einer umweltfreundlicheren Lebensweise, proaktiv mitzugestalten.

Ein konkretes Beispiel gab es im Mai 2019 in Strausberg. Dort wurde das jährliche Sommerfest im Seniorenzentrum Dietrich Bonhoeffer gefeiert. Auf unsere Einladung hin, meldete sich eine Strausbergerin bei Einrichtungsleiter Enrico Barsch mit einem Denkanstoß. Sie wies darauf hin, dass die angekündigte Ballonaktion „Wir lassen Wünsche steigen“ verfehlt sei, die Umwelt unnötig verschmutze und Tiere qualvoll verenden können. Der Hinweis wurde ernst genommen und diskutiert. Und ja, die aufmerksame Mitbürgerin hat vollkommen Recht. Der Plan wurde kurzerhand geändert und die Ballonaktion abgeblasen. Stattdessen wurden die Wünsche in einen Baum gehängt.

Eine Recherche zeigte, Ballons, selbst die aus Naturkautschuk, verschmutzen in nicht unerheblichem Ausmaß unsere Natur. Der Gummi wird von Tieren, besonders von Vögeln, gefressen und die Tiere sterben einen qualvollen Tod. Die mit Gas gefüllten Ballons fliegen je nach meteorologischen Bedingungen bis zu 800 Kilometer weit. Besonders Meeresvögel fressen den Gummi mit Vorliebe. Mikropartikel werden Teil der sogenannten „Plastiksuppe“, in die sich unsere Gewässer und Weltmeere zusehens verwandeln. Auch verfangen sich die Tiere oft in den Ballonschnüren. Forscher der Universität von Tasmanien fanden kürzlich heraus, dass 40% der an Plastik gestorbenen Meeresvögel Reste von Luftballons in sich trugen. Kurz gesagt, Luftballons verschmutzen unsere Wälder, unsere Seen und Meere und gefährden Tiere.

„Es wird wahrscheinlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis alle bedenklichen Handlungsweisen und auch Sichtweisen erkannt und geändert werden. Aber jeder Einzelne von uns kann etwas dazu beizutragen. Voraussetzung dafür ist eine Sensibilisierung für das Thema im Allgemeinen.

Andreas Bauer
Volontär Unternehmenskommunikation

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