„Magische“ digitale Spiele aktivieren bei Demenz

Mehr Teilhabe und Aktivierung durch Digitalisierung in Pflege und Betreuung für demenziell erkrankte Menschen im Seniorenzentrum Christophorus in Pritzwalk

Menschen, die an Demenz erkrankt sind, bedürfen der besonderen Zuwendung. Der schnell fortschreitende Verlust an Nervenzellen führt zu Persönlichkeitsveränderungen, die alle Bereiche der individuellen Lebensführung betreffen. In so einer Situation können aktivierende Spiele die physische und kognitive Aktivität stimulieren und soziale Interaktion fördern. Dafür hat das Seniorenzentrum Christophorus in Pritzwalk eine „Tover-Tafel“ angeschafft. „Tover“ bedeutet in der niederländischen Sprache „Magie“. Das Gerät projetziert speziell entwickelte Spiele digital auf eine Tischfläche.

Pflegedienstleiterin Monika Reinecke ist sehr angetan von dem neuen Gerät: „Spielen ist eine sehr gute Möglichkeit, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern. Mit den digitalen Spielen der Tover-Tafel können wir Emotionen wecken und der Apathie entgegengenwirken“. 

Ältere Menschen spielen gern. Regelmäßige Spielzeiten tragen zur Tagesstruktur bei und schaffen positive Begegnungen mit anderen. Die Tover-Tafel ermöglicht ganz neue Spielerfahrungen. Das von der Niederländischen Wissenschaftlerin Hester Anderiesen Le Riche an der Technischen Universität Delft und der Freien Universität Amsterdam entwickelte Gerät bringt alte Menschen in Bewegung, ruft Freude und Gesten hervor, setzt Anreize, verbessert den Tastsinn und bringt sprichwörtlich Licht und Farbe in den Alltag. 

Auf der Tover-Tafel können über 20 Spiele installiert bzw. abgerufen werden. Entsprechend den jeweiligen Fähigkeiten und Interessen der Bewohner/-innen greifen die Mitarbeitenden auf unterschiedliche digitale Beschäftigungsmöglichkeiten zu, die verschiedene Schwierigkeitsstufen haben. So holen sie die Bewohner/-innen dort ab, wo sie sind, und fördern sie ganz individuell. 

„Diese Tover-Tafel ist ein großer Gewinn für unsere ganz persönlich ausgerichtete Bewohnerarbeit“, sagt Monika Reinecke. Denn das Leben bestehe auch für jene Menschen aus Ganzheitlichkeit, die sich verbal nicht mehr ausdrücken können. „Ihnen möchten wir mit der Tover-Tafel neue Anreize schaffen, Spaß und Freude in den Alltag bringen“. So werden die Betreuungsleistungen weiter verbessert und auf die Person angepasst. 

Dank der finanziellen Unterstützung der AOK-Nordost ist es gelungen, die Tover-Tafel anzuschaffen, die insgesamt rund 10.000 Euro gekostet hat. Neben dem Kraft- und Balancetraining zur Sturzprävention ist dies die zweite erfolgreiche Projektzusammenarbeit mit der AOK-Nordost. Monika Reinecke: „Ich bin sehr froh über diese gute und bewährte Zusammenarbeit mit der Krankenkasse, der das Wohl der älteren Menschen hier sehr wichtig ist“.

Dass Digitalisierung eine Chance für die Pflege und Betreuung von älteren Menschen sein kann, hat der Geschäftsbereich Wohnen und Pflege der Stephanus gGmbH schon früh erkannt. Deshalb ist das diakonische Unternehmen dabei, die digitale Infrastruktur in seinen stationären, teilstationären und ambulanten Einrichtungen sukzessive auszubauen. Themen wie mobile Pflegedokumentation, digitaler Hausbesuch von Ärzten oder E-Learning-Programme sollen Pflegende in ihrer Arbeit unterstützen. Aber auch Technologien wie die Tover-Tafel, Tablets und der CareTable kommen in der Betreuung von älteren, pflegebedürftigen Menschen erfolgreich zum Einsatz. 

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