Bewegung im St. Elisabeth-Stift

Peter und Hannelore Scholz

Bewohnerin Hannelore Scholz (76) machen die Bewegungen immer große Freude. Angeleitet wird sie hier von Mitarbeiter Peter Scholz.

Neue Möglichkeiten für Sport und Bewegung für Menschen im Alter

Gemeinsam mit dem „Qualitätsverbund Netzwerk im Alter Pankow e.V.“ stärken wir im St. Elisabeth-Stift seit September 2017 die Bewegungsförderung für pflegebedürftige Menschen.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit durch regelmäßige Bewegungseinheiten verbessert werden kann. Da uns die Erhaltung der Gesundheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner sehr am Herzen liegt, möchten wir diese gern mit mehr Bewegung fördern. Bewegung hat nicht nur einen Gesundheitsaspekt, sondern ist auch ein wunderbares Mittel für vielfältige Begegnungen und sehr kommunikationsfördernd.

Durch qualifizierte Mitarbeitende werden die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv bei der Gestaltung ihrer Bewegungsförderung durch kreativ gestaltete Bewegungsangebote miteinbezogen. Bei den „Ideencafés“ können sie beispielsweise eigene Ideen, sowie Wünsche zum Thema Bewegungsförderung äußern. Darüber hinaus erhalten sie Materialien, damit sie Übungen zur Bewegungsförderung umsetzen können.

Wir schaffen auch räumliche Veränderungen. So konnten wir in den letzten Monaten mehr Bewegungsanregungen und Bewegungsmöglichkeiten in den Alltag einbauen. Nach Möglichkeit sollen diese von Bewohnerinnen und Bewohnern, Mitarbeitenden und Besuchenden selbstständig genutzt werden.

Drei Dinge braucht der Sport: Spaß, Erfolg und Miteinander

Seit diesem Jahr gibt es auf zwei Wohnbereichen des Pflegewohnens einen „Indoor-Bewegungsparcour“. Dort hängen auf den Fluren Tafeln mit einfachen Übungen zur Förderung der Mobilität, Koordination und Stärkung der Muskulatur der oberen sowie unteren Extremitäten. Auch gibt es inzwischen auf jedem Wohnbereich ein „Motomed“, das frei zugänglich ist und regelmäßig zum Einsatz kommt.

Die jüngste Neuerung ist eine Bewegungskiste. Sie ist bunt gefüllt mit Sport- und Spielmaterialien zum Ausleihen. Alle, die wollen, Gäste, Bewohner, Angehörige oder Therapeuten, können sich hier Bälle, Wurfspiel, Boccia, Theraband und vieles mehr aussuchen und im Garten oder Haus benutzen.

Seit dem Sommer und den Lockerungen der Besuchsregelungen können wir es besonders in unserem schönen Garten erleben, wieviel Freude das Entdecken der vielen Sport- und Spielgeräte bereitet, die dort stehen.

Wenn Oma und Enkel gemeinsam am Murmeltisch spielen, Opa oder Onkel bei den Schwingkegeln den richtigen Dreh raus hat oder wenn die Kinder uns zeigen, wie man den Basketball in den Korb wirft – dann ist Begeisterung auf beiden Seiten angesagt. Und beim Kinderlachen werden auch wir gleich 20 Jahre jünger.

Aber was kann man mit den vielen Sportgeräten denn alles machen? Im Juni besuchte uns ein sympathischer Sportwissenschaftler und Trainier vom Netzwerk QVNIA. Er stellte den Mitarbeitenden der Betreuung für jedes einzelne Gerät verschiedene Übungen vor, die mit unterschiedlicher Schwierigkeitsstufe für Kinder, Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Leistungssportler geeignet sind. So konnten wir die Geräte verstehen lernen und beziehen sie nun ganz selbstverständlich aktiv in unser alltägliches Betreuungsangebot mit ein.

Das Drehen der Scheiben fördert die Schulter- und Armmuskulatur. Genauso kann man sich von den drehenden Noppen aber auch massieren lassen. Im Uhrzeigersinn oder dagegen, seitengleich oder in verschiedene Richtungen – die Regeln im Spiel machen die Nutzerinnen und Nutzer selbst.

Auf den Fotos ist zu erkennen, dass nun auch unsere Bewohnerinnen und Bewohner viel Spaß an den neuen Bewegungsmöglichkeiten haben. Das ist auch schon das Wichtigste, Freude muss es machen. Das Zweite sind die Erfolgserlebnisse! Bloß nicht zu schwer oder zu leicht! Und drittens vervielfältigt das Miteinander-Spielen unsere Freude und den Erfolg.

Gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) konnten wir mit dem Projekt „Bewegungsförderung in der Lebenswelt Pflege (BLP)“ das St. Elisabeth-Stift deutlich bewegungsfreundlicher gestalten. Es ist eine große Bereicherung für die Bewohnerschaft und ein sehr lohnenswertes Engagement. Gern teilen wir unsere Erfahrungen und laden zum persönlichen Austausch oder einfach mal zum Ausprobieren der Sport- und Spielgeräte ein.

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