Auf den Spuren der Zeit

Feier zur Wiedereröffnung und Namensgebung des alten Ernst-Berendt-Hauses 1953. Von links nach rechts: Pastor Theodor Wenzel, Kuratoriumsvorsitzender (Provinzial-Ausschuss für Innere Mission der Provinz Brandenburg), Generalsuperintendent Friedrich-Wilhelm Krummacher, Berlin, Pastor Willi Federlein, Leiter der Stiftung. Im Hintergrund der Posaunenchor der Diakonen-Ausbildung

Fotoausstellung mit Bildern der Stiftung in Weißensee aus den 50er Jahren

Am 17. Oktober 2018 eröffnete Einrichtungsleiter David Weißhoff mit einer kleinen Ansprache die Fotoausstellung „Auf den Spuren der Zeit“ im Ernst-Berendt-Haus in Berlin-Weißensee. Mit Sekt begrüßte er die zahlreich erschienenen Gäste, Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses. Uwe Gerson, der die Ausstellung zusammengestellt hat, führte anschließend in die Historie und die Besonderheiten der Fotografien ein. Für die Bewohnerinnen und Bewohner, die zum Teil die 50er Jahre in der Stiftung persönlich erlebten, war die Ausstellung eine Reise in ihre eigene Vergangenheit. Es entstanden sehr anregende Gespräche und vieles Vergessene kam aus der Erinnerung. Eine rundum gelungene Veranstaltung.

Zu sehen sind Fotografien aus den 50er Jahren, die den damaligen Alltag in der Stiftung zeigen. Sie erlauben einzigartige Einblicke in das Leben der Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitenden des damaligen Altenheimbetriebes. Vor 65 Jahren wurde nach Umbau und Aufstockung des Hauses die Namensgebung des alten Ernst-Berendt-Hauses gefeiert. (Dort befindet sich heute seit 2008 das sogenannte „Grüne Haus“.)

Im Herbst 2017 erhielt die Stephanus-Stiftung Negative im Format 6 x 6 aus dem Evangelischen Zentralarchiv Berlin. Die ausgestellten Fotografien sind ein Teil dieser bei Bestandsaufarbeitungen gefundenen Negative. Sie dokumentieren das Leben und die Historie der Stephanus-Stiftung in Weißensee in den Jahren 1950 bis 1953 (zu dieser Zeit „Adolf-Stoecker-Stiftung“ genannt). Der Fotograf ist nicht bekannt.

Vertreten sind fast alle damaligen Arbeitszweige der Stiftung, angefangen von den Kinderheimen über das Altenheim bis hin zum Entbindungsheim und der Diakonen-Ausbildung. Auch Küche, Wäscherei und der damalige Technikbereich wurden fotografisch festgehalten. Selbst das Baugeschehen auf dem damaligen Gelände des „Hauses der Kirche“ – heute Willi-Federlein-Haus – an der Parkstraße ist ausgiebig dokumentiert. Auch Fotos von Veranstaltungen, wie dem Richtbaumfest und der Einweihung/Namensgebung des Ernst-Berendt-Hauses sowie dem 75. Jahresfestes der Stiftung am 27. Juni 1953 sind dabei. Letzteres war brisant, weil der Arbeiteraufstand des 17. Juni 1953 in Berlin zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens und Versammlungsverboten führte.

Nach dem Sichten und Erschließen der rund 900 Negative war sehr bald klar, dass diese ausgesprochen schönen und historisch wertvollen Schwarz-Weiß-Aufnahmen einem breiteren Publikum präsentiert werden müssen. Aus dieser Idee entwickelte sich die Ausstellung „Auf den Spuren der Zeit“. Bei der Erschließung halfen die Auswertung von Bestandsakten und Baupläne im Archiv, aber auch Interviews mit Zeitzeugen der Stephanus-Stiftung. Weiterführende Ausstellungen zu den anderen Arbeitszweigen und Ereignissen sind in Planung.

Die Ausstellung ist bis zum Jahresbeginn 2019 im Ernst-Berendt-Haus zu sehen.

Uwe Gerson
Verwaltungsmitarbeiter für Archivalien

 

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