Besuch der Familie Rosenberg aus Israel

Familie Rosenberg aus Israel

Am 2. August 2019 besuchte die jüdische Familie Rosenberg aus Kfar Yedidia, einer Genossenschafts-Siedlung in Israel, die Stephanus-Stiftung in Berlin-Weißensee. Sie gedachten ihrer Urgroßmutter Johanna Berg, für die am 9. August 2014 in der Parkstraße 22 ein „Stolperstein“ verlegt wurde.

Das war ihre letzte Meldeadresse, bevor sie am 26. September 1942 aus der Parkstraße 22 nach Raasiku/Estland deportiert und dort ermordet wurde. Heute befindet sich in der Parkstraße 22 die Stephanus-Grundschule, damals die Israelitische Taubstummen-Anstalt. Familie Rosenberg wurde von Mechthild Blasczyk, Schulleiterin der Stephanus-Grundschule, und Uwe Gerson im Auftrag der Unternehmenskommunikation der Stephanus-Stiftung begrüßt.

Die Enkelin von Johanna Berg, Dorit Rosenberg, übergab den Vertretern der Stiftung ein Gedenkbuch mit der Aufschrift „Reise in die Vergangenheit“ zur Erinnerung an ihre Großmutter und dankte für den herzlichen Empfang und das ihr entgegen gebrachte Interesse an der Geschichte ihrer Familie.

Johanna Berg wurde am 26. September 1942 aus der Parkstraße nach Raasiku/Estland deportiert und dort ermordet.

Anlass für diesen Besuch war ein Schulprojekt der Enkelin von Dorit Rosenberg, in dem sie ihre familiäre Herkunft erforschte. Auf diese Weise beschäftigte sie sich intensiv mit dem Leben ihrer Urgroßeltern vor der Einwanderung nach Israel. In den letzten Wochen unterhielt sie sich sehr oft mit ihrer Großmutter Dorit Rosenberg darüber. Diese berichtete über ihre Recherchen zum Verbleib der Familie über die damalige Zeit und den Holocaust.

Gemeinsam mit einem großen Teil ihrer Familie (dem Ehemann, 3 Töchtern und 7 Enkeln) besuchten die beiden nun Berlin und gedachten hier der Urgroßmutter Johanna Berg. Die Enkel und Töchter schmückten den Stolperstein mit rosa Steinen, entzündeten Kerzen, beteten und sangen. Großmutter Dorit Rosenberg las einen Gedenktext vor. Es war ein sehr emotionaler und bewegender Moment. Die Reise in die Vergangenheit hatte ihr Ziel erreicht. Johanna Berg - ihre Großmutter, Urgroßmutter und Ur-Urgroßmutter lebt in ihren Herzen weiter.

Anschließend führte Frau Blasczyk die Familie Rosenberg durch das Schulgebäude und berichtete über das pädagogische Konzept und den Schulalltag. Es entstand ein sehr herzlicher Austausch über den Schulalltag hier und in Israel. Die Begegnung und die Gespräche wurden von allen als wichtiges Element für ein gutes Zusammenleben und Zukunftssicherung in unserer Welt angesehen.

Uwe Gerson
Stephanus-Archiv

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