„Nur wer vergessen ist, ist wirklich tot.“

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse O2 beteiligten sich mit ihrem Plakat an der Ausstellung „denk!mal“ im Berliner Abgeordnetenhaus. Rechts auf dem Foto: Autorin Susanne Romberg.

Als ich im November den Aufruf vom Jugendforum 2024 zur Beteiligung an der Ausstellung „denk!mal“ las, kam mir die Idee – daran können wir uns doch auch beteiligen! Schließlich pflegen wir, die Schülerinnen und Schüler der Klasse O2 und das Klassenteam an der Stephanus-Schule, schon seit mehreren Jahren das Gedenken an die ehemalige Israelitische Taubstummenanstalt in der Parkstraße 22 – die heute die Stephanus-Grundschule beherbergt. Wir halten durch das Gedenken am 9. November und am 27. Januar jeden Jahres auch die Erinnerung wach an die Schülerinnen und Schüler und ihre Pädagog*innen, die von hier aus in Konzentrationslager deportiert und die meisten von ihnen dort ermordet wurden.

„Nur wer vergessen ist, ist wirklich tot.“ Diesen Satz wiederholen Schülerinnen und Schüler, wenn es um das Gedenken an diesem Ort geht. So gestalteten wir ein Plakat mit Fotos und Texten und reichten es für die Ausstellung „denk!mal“ ein, die im Abgeordnetenhaus Berlin stattfindet.  
 
Am 19. Januar 2024 gaben wir unser Plakat persönlich dort ab. Das war ganz schön aufregend mit der intensiven Kontrolle durch die Polizei, bevor wir das Gebäude betreten durften. Aber dies war ja nur der erste Teil. Die offizielle Eröffnung fand dann am 23. Januar um 17.00 Uhr statt. Die Wandelhalle im Abgeordnetenhaus war gut gefüllt mit den 140 Teilnehmenden der Ausstellung. Die offizielle Eröffnung erfolgte von der Präsidentin des Abgeordnetenhauses Cornelia Seibeld. Die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Katarina Günther-Wünsch war ebenfalls anwesend. Lotta Höfer, die maßgeblich die Ausstellung koordinierte, stellte dann die verschiedenen Projekte vor.  

Unser Plakat wurde unter der Rubrik „Erinnerung im Kiez“ erwähnt. In Diskussionsrunden konnte sich im Anschluss zu den verschiedenen Projektthemen wie Familienschicksale, Zwangsarbeit, Gedenkstätte Konzentrationslager ausgetauscht werden. Wir stellten unser Projekt mit kurzen Sätzen vor. Ein Schüler nutzte dazu seinen Talker. Gemeinsam stimmten wir am Tisch zur Kiezerinnerung das Lied „Hawenu scholem alechem“ an.

Für unsere Schüler*innen und auch für uns als Pädagog*innen ein interessantes Erlebnis und ein Podium zur Darstellung, inwiefern auch Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung Geschichte und Erinnerung wachhalten.

Susanne Romberg
Lehrerin an der Stephanus-Schule

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