30.01.2026 - Oberlin-Seminar

"Ich habe hier gelernt, dass ich mehr kann, als ich dachte."

Ein Schülerporträt von Laura, Schülerin der Fachoberschule am Oberlin-Seminar 

Ein junges Mädchen sitzt am Tisch, lächelt in die Kamera. Viele Bücher stehen im Regal dahinter.© Archiv Stephanus-Stiftung

Mein Name ist Laura und ich bin Schülerin der Fachoberschule am Oberlin-Seminar. In ein paar Monaten mache ich mein Abitur. Wenn ich heute in die Zukunft blicke, sehe ich Möglichkeiten. Ich sehe ein Studium, einen Beruf, vielleicht irgendwann eine eigene Klasse. Doch das war nicht immer so.

Bevor ich ans Oberlin-Seminar kam, war Schule für mich ein Ort, der sich eng und dunkel anfühlte. Ich wurde ausgegrenzt und meine Probleme wurden nicht gesehen. Mobbing hinterlässt keine sichtbaren Wunden, aber es nagt – am Selbstvertrauen, an der Hoffnung und an den Noten. Irgendwann zweifelte ich an mir selbst. Ich dachte, ich sei das Problem.

Der Entschluss, die Schule zu wechseln, war nicht leicht. Ich hatte Angst, dass sich alles wiederholen würde. Aber dann wurde mir das Oberlin-Seminar empfohlen – ein Ort, an dem junge Menschen gesehen und ernst genommen werden. Ich habe es gewagt. Und das war genau das Richtige.

Am Oberlin-Seminar ist manches anders: ich erlebte ein echtes Willkommen. In den ersten Tagen ging es nicht um Leistung, sondern um Begegnung. Um das Ankommen. Um den Menschen hinter dem Namen. Wir lachten, arbeiteten in Gruppen, lernten uns kennen – ehrlich und ohne Druck.

Die Lehrkräfte sprechen mit uns auf Augenhöhe. Sie begegnen mir mit Interesse. Sie hörten zu, haben Zeit, sind einfach da. Und auch außerhalb des Klassenzimmers gibt es hier Unterstützung: Das Mental Health Team bietet Beratung, Coaching und Mentoring. Ich weiß, dass ich dort jederzeit hingehen kann – und dass ich ernst genommen werde.

Das Oberlin-Seminar hat mir nicht nur geholfen, gute Noten zu schreiben. Es hat mir geholfen, mich selbst wiederzufinden. Heute traue ich mir Dinge zu, die ich früher für unerreichbar hielt. Ich bin selbstbewusster geworden, klarer, mutiger. Und ich habe einen Wunsch entwickelt: Ich möchte Lehrerin werden. Weil ich weiß, wie viel es verändern kann, wenn jemand an einen glaubt.

Und vielleicht ist das mit das Größte, was ich hier erfahren durfte: Dass junge Menschen, die sich gesehen und gestärkt fühlen, zusammenhalten. Am Oberlin-Seminar entsteht daraus ein echtes Gemeinschaftsgefühl. Man begegnet sich mit Respekt, unterstützt einander, hört zu. Das macht etwas mit einem – es schafft Vertrauen, Sicherheit und echte Freundschaften.


Laura 
Schülerin am Oberlin-Seminar 

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