12.05.2026 - Waldhaus Bad Freienwalde

Menschenrechte sind nicht verhandelbar

Aktionstag in Bad Freienwalde setzte ein starkes Zeichen für Barrierefreiheit, Teilhabe und Inklusion 

Fünf Personen stehen auf Bühne, ein Mann spricht ins Mikrofon und hält einen Zettel in der Hand.© Archiv Stephanus-Stiftung

Am 8. Mai 2026 wurde der Bahnhofsvorplatz in Bad Freienwalde zu einem lebendigen Ort der Begegnung und des Austauschs. Anlässlich des Protesttags zur Gleichstellung organisierten unsere Standorte in Bad Freienwalde gemeinsam mit weiteren Partner*innen einen Aktionstag unter dem Motto: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar – barrierefrei in Bad Freienwalde leben“.

Mitorganisiert wurde der Tag vom Verein zur Förderung von Beschäftigung und Qualifizierung Bad Freienwalde e. V., der Stiftung SPI, der Stadt- und Kreisbibliothek, mehreren Schulen der Stadt sowie der AWO-Kita Bummi.

Zahlreiche Besucher*innen kamen auf dem Bahnhofsvorplatz zusammen. Schüler*innen und Kita-Kinder gestalteten ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Tanz- und Trommel-Auftritten. An Informations-, Bastel- und Verpflegungsständen gab es Raum für Gespräche, Begegnung und gemeinsames Erleben.

Ein besonderer Schwerpunkt des Aktionstags lag auf der abschließenden Podiumsdiskussion. Bürgermeisterin Ulrike Heidemann (CDU), der Landtagsabgeordneten Elske Hildebrandt (SPD), Michael Seidel (Leiter der Stephanus-Werkstätten Bad Freienwalde) und Christian Göritz-Vorhof (Bündnis 90/Die Grünen) diskutierten gemeinsam zentrale Fragen: Wie barrierefrei ist Bad Freienwalde? Was braucht es für echte Inklusion im Alltag? Und wie kann berufliche Teilhabe für alle Menschen gelingen?

Michael Seidel machte dabei deutlich, dass Barrierefreiheit nicht allein eine Frage von Rampen, Wegen oder Beschilderungen ist: „Für mich beginnt echte Barrierefreiheit im Kopf jedes einzelnen Menschen. Sie kann nur in die Tat umgesetzt werden, wenn Menschen auch bereit sind, gedankliche Barrieren und Vorurteile abzubauen.

In der Diskussion wurde deutlich: Barrierefreiheit betrifft viele Lebensbereiche. Dazu gehören gut verständliche Beschilderungen mit Piktogrammen, ein verlässlicher und gut erreichbarer öffentlicher Nahverkehr, inklusive Bildung von Anfang an sowie mehr Offenheit von Unternehmen für berufliche Teilhabe.

Klar positionierten sich die Teilnehmenden auch gegen Kürzungen in der Eingliederungs- und Jugendhilfe. Denn Teilhabe braucht verlässliche Unterstützung und tragfähige Strukturen. Kürzungen gefährden Angebote, die für viele Menschen Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben sind.

Der Aktionstag machte sichtbar: Inklusion entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Barrieren benennen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Wir danken allen Mitorganisator*innen, Mitwirkenden, Besucherinnen sowie allen Kindern und Jugendlichen, die diesen Tag mitgestaltet haben.

Der Aktionstag wurde von der Aktion Mensch gefördert.