Ich sitze im Boot auf der linken Seite – also auf Backbord – und habe Florian neben mir, der in den Werkstätten arbeitet. Eine ziemlich gute Kombination, wie sich schnell herausstellte. Und überhaupt: Was für ein Team wir da sind! Menschen mit und ohne Behinderung, Mitarbeitende aus den Werkstätten, Betreuer*innen, Ehrenamtliche und sogar Büroangestellte – alle in einem Boot. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Schon vor dem ersten Paddelschlag war spürbar: Hier zählt jede und jeder Einzelne. Beim Warm-up hat uns Anke Ambellan, ehemalige Sportlehrerin an der Waldhofschule und heute ehrenamtlich im FeD Templin engagiert, ordentlich in Bewegung gebracht. Alle haben mitgemacht – ganz gleich, mit welchen Voraussetzungen. Und genau das fühlte sich richtig gut an.
Dann wurde es ernst: „Wer paddelt links, wer rechts?“ – und plötzlich ging es nicht nur um Vorlieben, sondern auch darum, wie wir als Team gut funktionieren. Unser Trainer Andreas Lück, vom Kanusportverein Templin e.V., stellte uns so zusammen, dass das Boot stabil liegt – ein schönes Bild dafür, wie wichtig jede Person an ihrem Platz ist. Als die Männer gemeinsam das Drachenboot ins Wasser gebracht haben, war das mehr als nur ein Handgriff. Es war Teamarbeit! Danach nahmen alle Platz – nebeneinander, unabhängig davon, woher wir kommen oder was wir im Alltag machen. Begriffe wie „Backbord“ und „Steuerbord“ waren schnell gelernt. Viel wichtiger war aber: auf den angegebenen Takt zu hören und den Vordermann / die Vorderfrau im Auge zu behalten.
Die ersten Paddelschläge? Ehrlich gesagt noch etwas durcheinander. Aber genau darin lag auch schon die Stärke: Wir haben uns aufeinander eingelassen, uns angepasst, gewartet, nachgezogen – bis aus vielen einzelnen Bewegungen ein gemeinsamer Rhythmus wurde. Und plötzlich lief es: Das Boot glitt bei ausbaufähigen 7,5 km/h über den See, wir paddelten bald annähernd im Takt. Egal ob fünf oder dreißig Schläge - jede*r hat seinen Teil beigetragen. Und ja – es blieb deutlich trockener als gedacht!
Für mich war dieses Training viel mehr als Sport. Es war ein starkes Erlebnis von gelebter Inklusion: Alle machen mit, alle werden gebraucht, alle gehören dazu. Genau so fühlt sich Gemeinschaft an.
Ich freue mich sehr auf die nächsten Trainings – und auf den großen Tag, an dem wir als Team an den Start gehen.
Wenn ihr Lust habt, uns zu unterstützen, kommt am 04. Juli 2026 ab 10 Uhr an den Stadtsee Templin und feuert uns an!
Mehr Informationen findet ihr unter https://www.drachenbootcup.de/
Wir sehen uns am Wasser!
Eure
Stephanie (Projektkoordinatorin)
