Unser Jahresfest-Sonntag musste im Juni aufgrund der Sommerhitze leider ausfallen. Den 148. Stephanus-Geburtstag wollten wir trotzdem nicht vergessen und haben deshalb am 4. Oktober unseren Jahresfest-Gottesdienst nachgefeiert und ihn mit dem Erntedankfest verbunden. Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir unter freiem Himmel vor der Friedenskirche in Berlin-Weißensee zusammen.
Dr. Ellen Ueberschär, Vorstandsvorsitzende der Stephanus-Stiftung, leitete den Gottesdienst. Der Stephanus-Posaunenchor begleitete ihn musikalisch. Dies war auch mit einem Abschied verbunden, denn Martin Dudeck gab die Leitung des Posaunenchores ab, die er viele Jahre innehatte. Wir danken ihm herzlich für sein Engagement!
Wenn etwas zerbricht
Im Mittelpunkt stand eine Frage, die uns alle betrifft: Was machen wir mit den Brüchen und Rissen in unserem Leben? Gastpredigerin Pastorin Sabine Ulrich, Geschäftsführerin der Rotenburger Werke in Niedersachsen, erzählte von einer geliebten Müslischale. Eines Tages ging sie zu Bruch. Sie konnte die Scherben nicht einfach so entsorgen, zu viele Erinnerungen hingen daran.
Von dieser Schale spannte sie den Bogen zur japanischen Kunst des Kintsugi. Dabei werden zerbrochene Keramikgefäße mit Goldlack repariert. Die Bruchstellen bleiben sichtbar, sie werden sogar besonders hervorgehoben. So entsteht etwas Neues, das seine Geschichte nicht versteckt. Dasselbe gilt für uns Menschen. Auch unsere Erfahrungen, Brüche und Risse haben uns zu denen gemacht, die wir heute sind. Dazu passt auch die Jahreslosung 2026: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“
Gemeinsam am Tisch
Nach dem Gottesdienst gab es bei einer Erbsensuppe noch Zeit für Gespräche und Begegnungen.
Der Tag hat uns daran erinnert, dass wir nicht trotz, sondern mit unseren Brüchen Gemeinschaft sind. Und dass aus dem, was zerbrochen ist, Neues entstehen kann.




