Am 25. Februar 2026 wurde die Tafel im Rahmen einer kleinen Feier offiziell an die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe übergeben. Die drei Unterstufenklassen hatten sich die Tafel gemeinsam gewünscht – als mobile Lösung auf Rollen, damit sie in unterschiedlichen Unterrichtssituationen flexibel eingesetzt werden kann.
Was zunächst nach Technik klingt, bedeutet im Schulalltag vor allem eines: mehr Möglichkeiten, sich mitzuteilen, mitzumachen und gesehen zu werden.
Gerade für Kinder, die sich kaum mitteilen können, ist das ein wichtiger Schritt. An der Stephanus-Schule hat jedes Kind, das nicht verbal kommuniziert, einen sogenannten Talker – ein Tablet mit Sprachausgabe, das Kommunikation ermöglicht, wenn eine verständliche Lautsprache fehlt. Die Kinder tippen Zeichen an, die verbalisiert werden, so dass ihre Umgebung sie hören können. So können sie Bedürfnisse äußern, Erlebnisse teilen und sich im Unterricht aktiv einbringen.
Besonders wertvoll wird das im Zusammenspiel mit der digitalen Tafel: Die Talker können auf die Tafel projiziert werden. Dadurch wird das, was ein Kind sagen möchte, für die ganze Gruppe sichtbar. Wenn Kinder zum Beispiel von ihrem Wochenende berichten, Fotos zeigen oder kleine Erlebnisse teilen, entsteht ein gemeinsamer Moment. Das stärkt nicht nur die Kommunikation – es stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl.
Kinder können sich der Gruppe erklären, von sich erzählen und erleben: Meine Stimme zählt – auch wenn sie über Symbole, Bilder oder eine Sprachausgabe hörbar wird. Genau darin zeigt sich ein zentraler Gewinn der neuen Tafel: Teilhabe und Selbstbestimmung werden im Unterricht konkret erlebbar.
Auch im Unterricht selbst eröffnet die mobile digitale Tafel neue Wege. Sie wird zum Beispiel im Morgenkreis genutzt, um den Stundenplan sichtbar zu machen oder die Uhrzeit zu visualisieren. Videos helfen dabei, Inhalte anschaulich zu erklären. Im Bereich Unterstützte Kommunikation (UK) und im Leseunterricht wird unter anderem mit MetaTalk gearbeitet: Gemeinsam werden Inhalte am Bildschirm betrachtet, besprochen und aktiv bearbeitet.
Die Schule nutzt auf der digitalen Tafel außerdem ActivInspire – eine Unterrichtsplattform mit vielfältigen Lehrmitteln, die Lehrkräfte dabei unterstützt, Schülerinnen und Schüler auf unterschiedlichen Lernniveaus zu unterrichten und einzubeziehen. So kann Unterricht differenziert, anschaulich und interaktiv gestaltet werden.
Lehrkräfte berichten, dass die Kinder durch die visuelle und interaktive Arbeit häufig aufmerksamer sind und länger konzentriert bleiben. Gleichzeitig ist klar: Die digitale Tafel ersetzt keine anderen Sinneserfahrungen. Haptische Materialien bleiben unverzichtbar. Gerade der Wechsel zwischen Fühlen, Begreifen und digitalem Arbeiten schafft eine gute Balance – und bringt eine lebendige, passende Spannung in den Unterricht.
Besonders berührend sind die kleinen Fortschritte, die im Alltag sichtbar werden: Wenn ein Kind mithilfe von Zeichen und Sprachausgabe eine Alltagsszene erzählt, wenn ein Erlebnis vor der Gruppe geteilt wird oder wenn ein Beitrag von allen verstanden und wertgeschätzt wird. Das sind Momente, in denen Lernen, Kommunikation und Beziehung zusammenkommen.
Mit der neuen mobilen digitalen Tafel kann die Stephanus-Schule diese Form des gemeinsamen, anschaulichen und teilhabeorientierten Lernens nun noch flexibler in den drei Unterstufenklassen gestalten. Ein herzlicher Dank gilt dem „Berliner helfen e.V.“ für diese Unterstützung.
Denn diese Tafel ist weit mehr als ein digitales Werkzeug: Sie schafft Räume, in denen Kinder sich ausdrücken können, ernst genommen werden und ihren Platz in der Gemeinschaft finden.




