Kinder zeigen uns manchmal, wie einfach Begegnung sein kann: Sie gehen neugierig aufeinander zu, entdecken Gemeinsamkeiten und lassen sich nicht immer von den Kategorien leiten, in denen Erwachsene häufig denken.
Beim Tag der Toleranz an der Jacobikirche in Prenzlau beteiligte sich die Stephanus-Stiftung mit einem eigenen Aktionsstand. Kinder und Jugendliche waren eingeladen, ihre Gedanken, Wünsche und Vorstellungen zum Thema Toleranz auf einer gemeinsamen Leinwand festzuhalten. Außerdem entstanden bunt bemalte Steine als „Glück für die Hosentasche“, die die Teilnehmenden mit nach Hause nehmen konnten.
Warum Toleranz auch Mut braucht
Besonders auffällig war, dass auf der gemeinsam gestalteten Leinwand ein Wort immer wieder auftauchte: Mut.
Ein Gedanke, der zum Nachdenken anregt. Denn Toleranz bedeutet nicht nur, Unterschiede zu akzeptieren. Manchmal braucht es auch Mut, auf andere zuzugehen, eigene Vorurteile zu hinterfragen oder für Menschen einzustehen, die Ausgrenzung erleben.
Wie wichtig es ist, Menschen zuzuhören und ihre Perspektiven kennenzulernen, zeigte auch die Begegnung mit einer Frau mit Beeinträchtigung, die von ihren persönlichen Wünschen erzählte. Solche Gespräche machen deutlich, worum es bei gelebter Inklusion geht: die Vorstellungen und Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen ernst zu nehmen und Möglichkeiten zur gleichberechtigten Teilhabe zu schaffen.
Haltung zeigen – für Vielfalt und Teilhabe
Für die Stephanus-Stiftung ist die Teilnahme an solchen Veranstaltungen Ausdruck einer Haltung, die weit über den Aktionstag hinausgeht. Als diakonischer Träger setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, in der Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihren Fähigkeiten oder ihren Lebensumständen selbstverständlich dazugehören.
Dafür braucht es Begegnungen, gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, eigene Denkmuster zu hinterfragen. Der Tag der Toleranz in Prenzlau bot Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam ein Zeichen für ein respektvolles Miteinander zu setzen.
Denn eine vielfältige Gesellschaft entsteht nicht allein dadurch, dass wir Unterschiede tolerieren. Sondern vor allem dadurch, dass wir einander als Menschen begegnen und allen ermöglichen, das gesellschaftliche Leben mitzugestalten.

